Donnerstag, 20. Dezember 2012

Senkung der Kappungsgrenzen bei Mietverträgen löst keine Wohnungsprobleme

Werte Leser,

anbei die Pressenotiz des IVD Süd zur Info.

Zur Lösung der Wohnungsprobleme braucht es ein umfassendes Paket unterschiedlicher Maßnahmen.
Die in der letzten Lesung des Bundestags beschlossene Modifikation des Mietrechtänderungsgesetzes wird teilweise als Lösung für die Wohnungsprobleme in manchen Ballungszentren gesehen, da es jetzt in einigen Regionen ermöglicht wird, die Kappungsgrenze von 20 auf 15 % zu reduzieren. Die Reduktion der Kappungsgrenze bedeutet, dass im Zeitraum von drei Jahren die Erhöhung bei bestehenden Mietverträgen lediglich 15 % betragen darf. Der Vorstandsvorsitzende des IVD Süd e.V. Erik Nothhelfer kritisierte diese in letzter Minute in das Gesetz nachgeschobene Regelung: "Durch das Hantieren an den Kappungsgrenzen werden Wohnungsprobleme nicht gelöst, sondern sie werden vereinzelt sogar noch verschärft."
"Denn die Kappungsgrenzen", so Erik Nothhelfer, "wurden auch in der Vergangenheit relativ selten ausgeschöpft, vielmehr verbirgt sich hinter diesen Kappungsgrenzen eine weitere Maßnahme gegen mögliche Investoren und Vermieter, die letztendlich neuen Wohnraum schaffen. Die Reduktion der Kappungsgrenzen hat hohen Symbolwert und reiht sich nahtlos in eine Reihe unrühmlicher Maßnahmen gegen diejenigen, die letztendlich Wohnraum schaffen. In diesem Zusammenhang sind insbesondere zu nennen die Erhöhung der Grunderwerbsteuer in vielen Bundesländern, die Streichung der degressiven Abschreibung, asymmetrische Kündigungszeiten im Mietrecht die es dem Mieter schneller ermöglichen den Mietvertrag zu kündigen als dem Vermieter, die Tatsache, dass Vermieter in zunehmendem Maße auf den Schönheitsreparaturen sitzen bleiben, obwohl diese vorher vertraglich anders vereinbart wurden und jetzt die Senkung der Kappungsgrenze."

Die Neubautätigkeit ist derzeit in vielen Regionen Deutschlands, speziell aber in den süddeutschen Ballungsräumen, viel zu niedrig. Sie wird durch weitere Maßnahmen gegen Investoren bzw. Vermieter weiter gedrosselt oder anders ausgedrückt durch derartige Maßnahmen wird Vermieten uninteressanter gemacht.

Wer letztendlich etwas gegen die Mietentwicklung in den Ballungszentren tun will, muss versuchen die Wohnungsproduktion zu erhöhen. Das Reduzieren der Kappungsgrenzen ist letztendlich ein nicht sonderlich professionelles Hantieren an den Symptomen. Um eine höhere Wohnungsproduktion zu erreichen, bedarf es eines ganzen Mixes an Maßnahmen. Es muss versucht werden weitere Grundstücke im Rahmen der Konversion als Bauland zu mobilisieren. Weiter müssen Flächen im Rahmen der Nachverdichtung für eine intensivere Wohnbebauung nutzbar gemacht werden und darüber hinaus ist es wichtig, dass die Genehmigungsbehörden schneller und kundenorientierter über Bauanträge entscheiden. 







Der Pressmitteilung unseres Verbandes schließen wir uns ausdrücklich an. Warum immer wieder kurzfristige politische Parolen und Populismus Vorrang vor nachhaltiger Struktur- und Ordnungspolitik haben und weshalb marktwirtschaftliche Prinzipien (von den unsere Gesellschaft im Großen und Ganzen gut profitiert hat) immer wieder vernachlässigt werden, erschließt sich uns leider nicht.

Schönen Tag.
www.kestler-immobilien.de
 


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Erste Anzeichen einer Krise?

Sehr geehrte Leser,

heute ist zu Lesen, dass die WGF AG Insolvenzantrag gestellt hat.

Z.B. hier:

http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/immobilienfirma-wgf-stellt-insolvenzantrag-1.3103309

Die Homepage der WGF AG gibt noch keine näheren Infos:

http://www.wgfag.de/

Warum dieses Unternehmen Insolvenz angemeldet hat, könne wir nicht beurteilen. Offenbar aber ist auch in den jetzigen Zeiten das Immobiliengeschäft und der Erwerb/Handel mit Immobilien auch nicht frei von Risiken. Offenbar konnte die WGF Anleihen nicht bedienen, gerade bei Immobilienanleihen gab es auch schon in der Vergangenheit immer wieder Anbieter mit Problemen.

Deshalb einmal mehr unsere Empfehlung: Schauen Sie sich Anbieter und Firmenkonstruktion sowie die geplanten Ankäufe und die erworbenen Immobilien sorgfältig an.  Nehmen Sie Abstand von Angeboten die hohe Renditen ohne klare Bewertung der damit verbundenen Riskien ausweisen.

Schönen Tag.

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Donnerstag, 6. Dezember 2012

Mieten steigen sprunghaft an – Wohnkosten auf Rekordniveau 250.000 Mietwohnungen fehlen in Deutschland

Pressemeldung des Deutschen Mieterbundes

nachfolgend finden Sie die Meldung des DMB zur aktuellen Lage auf dem Wohnungsmarkt.

http://www.mieterbund.de/pressemitteilung.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=18048&cHash=0affe45fc01d1b54bedd22fe18c69a66

Welcher Postionen man auch eher zuneigt, bleibt jedem Leser überlassen.

Jedoch dürfte es klar sein, dass der Wohnungsmarkt in den Ballungszentren großen Nachholbedarf hat.

Interessant finden wir, dass je nach Sachlage Marktprinzipien mal gelobt oder verdammt werden, Steuervorteile nur etwas für Absahner sind oder mal zwingend nötig um Investionen im Wohnungsbau zu förden.

Warum war der Wohnungsbau in vielen Städten denn jahrelang rückläufig oder phasenweise nahezu "tot"?.

Massive Regulierungen, Rechtssprechung, Preisverfall in schwachen Nachfragephasen, lange Zeiten für die Durchsetzung von Zahlungsansprüchen usw. haben vielen "Normalinvestoren" eher den Eindruck vermittelt einer Immobilieninvestition die falsche Entscheidung getroffen zu haben.

Warum erhöhen/erhöhten denn viele Bundesländer die Grunderwerbsteuer? Um den Wohnungsbau zu fördern? Warum drehen Kommunen ständig an der Grundsteuer?

Demgegenüber stehen Städte oder ganze Gebiete, in denen Wohnungen/Häuser leer stehen oder Grundstücke sprichwörtlich für einen Apfel und ein Ei zu haben sind. Wäre da nicht auch mal eine übergeifende Struktur- und Entwicklungspolitik für ganze Regionen gefragt? Damit könnte man (sicher eher langfristig) auch den Druck aus manchen Ballungszentren nehmen.

Schönen Tag.

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